Mittwoch, 6. August 2008

nachtrag: krankenhausgeschichten

statt dem beginn einer gemeinsamen fahrradtour führte der samstagmorgen mich ins krankenhaus.
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anfangs, im dreibettzimmer, -enormes glück mit den bettnachbarinnnen:
eine coole intelligente frau, die auf frauen steht und eine ernergiereiche junge, sauhübsche kolumbianerin. zwischendurch hatten wir so viel spaß, dass ich mich auf einer jugendfreizeit glaubte.
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dennoch, krankenhausalltag ist furchtbar langweilig, das fängt ab 9:30 an (wenn schon der halbe tag gelaufen ist) und zieht sich über den restlichen tag hinweg. höhepunkte sind essen, essen und essen.
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der mann, der mir 20 rote rosen und beste pralienen brachte hielt mich aufrecht.
-und immer wieder die frage der schwestern und ärzte, von wem diese blumen seien und zu welchem anlass.
-von mir bekamen sie immer nur ein glucksendes lachen als antwort.
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später: -eine ältere frau als neue zimmergenossin, die vor einem jahr brustkrebs hatte und nun unter hautkrebs leidet. zusätzlich hat der krebs noch in weiteren körperregionen gestreut.
die andere zimmergenossin wird nur auf unverträglichkeiten getestet, jault aber am laufenden band.
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die ältere schwerkranke frau erzählt von ihrem leben. dann macht sie die bemerkung, das möglicherweise eh alles keinen sinn hat.
die jüngere jaulige frau, sagt darauf hin" ach, wie traurig, wenn man so denken muss"
-ich empöre mich innerlich über diesen satz, entschließe mich jedoch dazu zu schweigen.
nach einem moment räuspert sich die schwerkranke und sagt: "man muss nicht so denken und ich denke auch nicht so."
erleichtert fange ich laut an zu klatschen und mache ihr komplimente.
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die schwestern genießen die patientin, die immer was zu lachen hat, trotz der langenweile und der miesen haut.
-nun ja, jaulen macht es bestimmt nicht besser.
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vor dem salbenraum, in anstaltsanzügen, sitze ich mit einer anderen älteren frau.
schnell merke ich wie intelligent und kultiviert sie ist.
als ich sie harmlos frage, weshalb sie in der klinik ist, bekomme ich die gleiche antwort wie von meiner schwerkranken bettnachbarin.
sie weiß was auf sie zu kommt, sie hat energie und keine angst.
voller respekt, teile ich das alltägliche krankenhaussalben mit ihr.
ihr körper sieht furchtbar aus.
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zwischendurch, über jede abwechslung dankbar, tummeln sich 10 junge studenten um das eigene bett, während ich mich lachend entblöße, damit die zukünftigen ärzte brav raten können, welche hautkrankheit sie denn jetzt vor sich haben.
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eines frühen abends werde ich von einem wunderbaren menschen für ein paar stunden aus dem krankenhaus entführt und genieße herrliches essen.
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an den letzten beiden tagen lege ich mich während der visite jedes mal mit einem jungen arzt an.
ich empfinde sein verhalten nicht als sehr gesundheitsförderlich und frage mich, ob er noch nie etwas von dem zusammenspiel von körper und seele gehört hat (-gerade bei neurodermitis).
-auch meine bettnachbarinnen sind empört über sein verhalten.
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Kommentare:

  1. was machst Du nur immer für Sachen meine liebe... ruf Dich bald an, C

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  2. ach, ist ja schon drei wochen her und seitdem ist alles gut :)
    -freu mich auf den anruf!
    ein nachmittag, ein vormittag, ein abend? ein paar stunden brauchen wir wohl... ;)

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