Samstag, 17. Mai 2008

pfingstferien

es ist ja immer so, wenn man besuch bekommt, sind das auch ein bisschen ferien für den gastgeber, -in diesem fall die gastgeberin.

sushi essen gehen, in der schon etwas warmen sommernacht mojito trinken, mal wieder die mauergedenkstätte besuchen -("auf der mauer auf der lauer sitzt ne kleine..."),
-und natürlich ein paar stunden auf dem karneval der kulturen verbringen.

dies gestaltete sich dieses mal so, dass uns hunger und durst überfielen, wogegen ein paar köfte und ein großes bier halfen -mitten am nachmittag. letzteres wurde neben einem tarotkartenleger geleert, was meinen besuch dazu anhielt mich kichernd zum kartenleger einzuladen.
-warum nicht-, dachte ich und ließ mir das erste mal in meinem leben die karten legen.
nein, etwas neues erfuhr ich nicht. natürlich passten die karten und natürlich dachte ich darüber nach, ob der typ vielleicht nur diese fünf kartenmotive hat. der kartenleger -ein typischer esoterischer hippie mit kurzen haaren- drückte uns noch ein bier in die hand und hielt mich dazu an, doch eine tüte zu bauen. -gesagt, getan.
kurz danach folgte die frage des kartenlegers, ob ich denn schon lange mit meinem besuch zusammen sei und nachdem ich ihn -überrascht über die frage- darüber aufklärte, dass wir gar kein paar seien, folgte die klischeehafte anmache, die mich doch sehr lachen ließ.
-es sei schicksal, dass wir uns begegneten und auch astrologisch passten wir doch sehr gut zusammen, was ich definitiv verneinte.
die sonne stach und der besuch und ich zogen angetrunken und kichernd weiter, noch etwas von dem umzug zu erhaschen, was auch gelang. die letzten etwas technoid angehauchten wagen fuhren an uns vorbei und dann kam er auch, der wagen, des labels, welches zu meiner stammbar gehört. aufgeregt -ich zumindest- zogen wir ein stück innerhalb der tanzenden massen mit.

am folgenden tag hatte mein besuch eine verpflichtende karte für die wagner oper (neid), während ich der essens einladung von freunden folgte.
-später wiedertreffen draußen im tacheles, bei bier und mojito mit dem konservativen opportunistischen kollegen des besuchs. es brauchte viel meiner netten unwiderstehlichen überredungskunst, den kollegen dazu zu bringen, sich das tacheles doch mal von innen anzusehen.
"oh, ich hab das gefühl, ihr wollt da noch länger drin verweilen, ich komm nicht mit"
-nein, wenn ich es dir doch sage, wir wollen es dir nur zeigen, du musst es auch nicht gut finden, nur mal gesehen haben. hey, guck mir in die augen! glaub mir!- und ich lächelte ihn so nett an, wie ich konnte. -natürlich kam er mit.

das gute an einem längeren besuch ist zudem, dass er den großeinkauf zahlt (ich dafür das sushi) und mich furchtbar gut bekocht. zudem macht er morgens den kaffee, damit ich in ruhe meine frühen arzt- und jobtermine schaffe -hervorragend.

auch positiv hervorzuheben war mein pfingstkuchen, ein ganzes backblech voll, zum frühstück und vor allem für die nacht. der besuch hat nähmlich die eigenart von schlafstörungen, die sich darin äußert, dass er schlafwandelnd nach eßbarem sucht. dafür eignet sich kuchen hervorragend, da kuchen essen keinen lärm macht, der andere wecken kann. sowohl knäckebrot, als auch kekse kauen verursacht so einen lärm, dass ich davon wach werde und sehr genervt reagiere.

was bleibt ist sowohl regelmäßiges rauchen als auch die feststellung des besuches ich sei zu cool geworden. der gute mann ist sich nicht sicher, ob es ihm nicht lieber war, als ich noch emotional involvierter war und ihm szenen machte, wenn wir uns stritten, denn mittlerweile gehen einige diskussionen, die wir führen, ziehmlich an mir vorbei.
glücklicherweise, denn schließlich waren das ein paar tage pfingstferien.

Kommentare:

  1. Also ich finds ja schon schade daß wir auf dem Umzug so praktisch gar nichts voneinander hatten. Außerdem hätt ich ja den Knaben doch mal ganzz gern beschnüffelt. Aber zu der fraglichen Zeit war ich wohl einfach schon ein bißchen lahm von der Sonne, der ganzen Latscherei und allem. Naja, nächstes mal. Sei gegrüßt!

    Ach ja, deine Coolheit geht schon in Ordnung. :-)

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  2. hey horscht, schön, dass das mit
    der coolheit in ordnung geht... ;-)

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